Genozide

Eine Chronologie der Genozide an die Êzîden

Diese chronologisch aufgelisteten Daten wurden entnommen aus dem vom Autoren Mehmet Özcan verfassten Buch „Rêhevalê Roje – Mam Zekî Şengalî“.

906

Der Gouverneur von Mosul, Abdallah Hamdani, ließ die meisten der 1.000 êzîdischen Familien ermorden, welche sich der Zwangsislamisierung widersetzten und brachte den übrigen Rest unter seiner Kontrolle.

980

Die arabisch-islamischen Armeen greifen die nicht-muslimischen Kurden in Colemêrg an, als Strafe, weil sie gegen die Islamisierung Widerstand leisten. Colemêrg war damals eine Provinz und reichte auf der Karte von der heutigen Stadt Colemêrg bis zu den Ufern des Tigris (Dîcle) nahe der Sêmêlê-Ebene. Zudem wurden die nicht-muslimischen Kurden an Bäumen aufgehängt oder sie wurden geköpft und ihre Köpfe auf Straßen 25 km weit im Norden Mosuls auf Pfählen aufgespießt. Nach diesen brutalen Vorfällen wurde der Widerstand der Kurden gegen den Islam gebrochen und ihnen bließ nichts andere übrig, als nach und nach den Islam anzunehmen.

1107

Laut persischen Berichten wurden zirka 500.000 Kurden, welche den Islam nicht annahmen, von der Armee des Islams ermordet.

1127

Hasan Pasha, Gouverneur von Mosul, griff die Region Şengal an und verübt ein großes Genozid. Die êzîdische Bevölkerung in Şengal musste in den Westen der Region flüchten und fanden eine lange Zeit Zuflucht im Xatuniye-Tal, welches sich heute innerhalb der syrischen Grenze befindet.

1146

Ahmet Pasha greift in der Zap-Region êzîdische Dörfer an zerstört ihre Dörfer.

1166

Süleyman Pasha griff die Şengal-Region an und ermordet hunderte Êzîden.

1181

Der Gouverneur von Mosul schickt mit dem Vorwand, dass die Bevölkerung Şengals keine Steuern gezahlt haben, eine Armee unter der Kontrolle seines Sohnes in die Region und lässt hunderte Êzîden ermorden.

1217

Um die Herrschaft über Şengal an sich zu reißen, greift Ali Pasha aus Mosul die Region an. Die Angriffe dauern monatelang an und viele Dörfer werden zerstört, geplündert und zerstört. Hunderte Êzîden wurden dabei ermordet. 

1254

Der Führer von Mosul, Badr ad-Din Lulu greift die Şêxan-Region an. Nach heftigen Kämpfen mussten sich die Êziden aus Şêxan zurückziehen, Hunderte von ihnen wurden ermordet.

1640-1641

Ein Heer aus 70.000 Soldaten greift unter dem Kommando des osmanischen Gouverneurs von Diyarbekir Malik Pasha die Region Şengal an und ermordet die Êzîden.

1647-1648

Die osmanische Armee greift unter dem Kommando des Gouverneurs von Van Shemsi Pasha die Region Şêxan an und ermordet die Êzîden. Der Mîr (Prinz) von Şêxan, Şêx Mîrza, wird dabei lebend gefangen genommen und gehängt.

1715

Nach dem Hasan Pasha, der osmanische Gouverneur von Bagdad einen Massenmord an die Êzîden in Şengal verübt hat, übergab er die Region dem arabischen Stammführer der Beduinen, Ereb Tayy.

1733-1734

Der osmanische Gouverneur von Bagdad, Ahmet Pasha verübt in Şengal einen Massenmord an die Êzîden und lässt viele Dörfer niederbrennen und Häuser und Ländereien plündern. Er ließ die Frauen und Kinder entführen und schickte sie nach Mosul und Bagdad auf den Sklavenmarkt. Hunderte Männer wurden mit dem Schwert ermordet. Er ließ 300 êzîdische Männer köpfen und schickte ihre Köpfe als Geschenke nach Istanbul, der Hauptstadt des osmanischen Reichs. Durch die anhaltenden Angriffe zogen sich die Êzîden zum Schutz in die Berge Şengals zurück. 

1767-1768

Der osmanische Gouverneur von Mosul, Emin Pasha, gab seinem Sohn das Kommando über ein große Armee-Einheit und entsendete sie nach Şengal, wo er ein weiteres Genozid an die Êzîden verübt.

1770-1771

Nachdem der Mîr von Şêxan, Bedax Beg gegen die Herrschaft der Osmanen einen Aufstand anzetteln, passiert in der Region ein Blutbad an die Êzîden. Sein Sohn, Çolo Beg leitet daraufhin einen großen Widerstandskampf gegen die unter der Kontrolle vom Gouverneur von Amediyê stehenden osmanischen Einheiten.

1773-1774

Der osmanische Gouverneur von Mosul, Emin Pasha, verübt ein Genozid an die Êzîden in Şengal und lässt die Region plündern und zerstören.

1779

Emin Pasha, osmanischer Gouverneur von Mosul, teilt seinem Bruder eine Einheit der osmanischen Armee als Kommando ein und entsendet sie nach Şengal. Daraufhin folgt ein weiteres Massaker an die Êzîden, an dem eine hohe Zahl ermordet wird.

1785

Der osmanische Gouverneur von Mosul, Abdulbaki, greift die östliche vom Tigris lebenden Êzîden an. Als sie die Dörfer plünderten und die Frauen angriffen, leisteten die Êzîden Widerstand und töteten den Gouverneur und seinen Bruder. Daraufhin waren seine Soldaten gezwungen, sich zurückzuziehen.

1786-1787

Mîr Çolo Beg verliert den Widerstandskampf gegen die osmanische Armee des Amediyê Gouverneurs und viele Êzîden werden daraufhin ermordet. Nachdem Çolo Beg ermordet wird, ernennt der Gouverneur, Xencerî Beg zum neuen Mîr von Şêxan. Doch später wird der Gouverneur von Amediyê eine Einheit zu Xencerî Beg entsenden, um ihn zu erhängen.

1789-1790

Der Tayy-Stamm der arabischen Beduinen greift Şêxan an und verübt einen Massenmord an die Êzîden.

1790-1792

Der Tayy-Stamm der arabischen Beduinen greift die Region Şengal an. Im Konflikt zwischen Ismail Pasha und Xencerî Beg, werden in Şêxan dutzende Êzîden ermordet.

1792-1793

Der osmanischen Gouverneur von Mosul, Mohammed, lässt in Şengal 8 êzîdische Dörfer zerstören und verbrennen.

1793-1794

Der osmanischen Gouverneur von Mosul, Mohammed, greift die Region Şengal an. Bei dem Angriff in Zorava, Baxlêf, Zêrva und im Norden des Şengal-Gebirge liegenden Region Bekira erleidet verliert er diesen Kampf.